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Von Kunst und Motoren – Helmut Marko

Der Motorsport-Berater von Red Bull Racing und seine Leidenschaft für die Kunst

Wenn man den Namen Helmut Marko hört, schießt vielen sofort eines in den Kopf: schnelle Autos. Als Motorsport-Berater von Red Bull Racing geht es bei ihm um jede hundertstel Sekunde und Arbeitstage mit zwölf Stunden sind keine Seltenheit. Doch sein Alltag hat auch eine ganz andere Seite. So ganz nebenbei gehören ihm zwei Hotels und ein Restaurant. Alle drei natürlich nur von bester Qualität, denn etwas anderes gibt es bei ihm nicht. Hier wird Zeit in einem ganz anderen Licht gesehen, denn für die Gäste nimmt man sich diese gerne. Seine Hotels sind der Ort an dem Helmut Marko auch eine seiner größten Leidenschaften offenbart: die Kunst.

Denn wenn man über die Schwelle des „Schlossberghotel – Das Kunsthotel“ oder des „augarten – arthotel“ tritt, so erwartet den Gast eine der interessantesten privaten Kunstsammlungen Österreichs. Als wohne man in einem Museum. Nicht selten findet man Gäste, die die Treppen dem Aufzug vorziehen, um vor den einzelnen Werken zu verharren und um diese zu bestaunen. Etwa 900 Werke sind den Gästen – und solche die es werden wollen – in beiden Häusern zugänglich. Ganz ohne Ticketkontrolle und Wartezeiten. Als Marko Ende der 60er Jahre nach einem persönlichen Treffen mit Hans Staudacher sein erstes Kunstwerk, ein Gemälde von diesem, erwirbt, weiß er noch nicht, dass damit der Grundstein für eine beeindruckende Sammlung gelegt wird. Seine Leidenschaft für die Kunstsammlung nimmt weiter zu. Kriterien oder Vorbilder hat er in Bezug auf seine Sammlung keine, denn: „Wenn es mich fasziniert, dann passt es. Das ist eine reine Bauchentscheidung.“

Wenn es mich fasziniert, dann passt es. Das ist eine reine Bauchentscheidung.

Und vor allem die moderne Kunst hat es ihm angetan: So wurde sein Interesse dafür bereits während seines Studium geweckt und es hat sich durch viele Reisen und viele Bücher weiter vertieft. Ein vielgereister Mann ist Helmut Marko ohne Frage. Gerade von diesen lässt er sich immer wieder aufs Neue inspirieren und besucht Galerien und Künstler in den verschiedensten Winkeln der Erde. Oft erwirbt er dabei ein neues Werk für sich selbst oder für eines seiner beiden Hotels in Graz. Denn für ihn war schon immer klar – Kunst sollte gesehen werden und was liegt dabei näher als sie in seinen Hotels auszustellen. Die etwa 900 Werke sind auf die insgesamt 118 Zimmer und Suiten des Schlossberghotels und des Augartenhotels verteilt und tragen zu dem ganz einzigartigen Charme der beiden Hotels bei. Und so ist, was in den 60er Jahren begann, heute – 50 Jahre später – eine Kunstsammlung der anderen Art. Hier finden sich die Highlights der Sammlung nicht versteckt hinter Panzerglas, sondern in jedem Gang, in jedem Zimmer – sogar auf den Dachterrassen und in den Fitnessräumen.

Das Schlossberghotel mitten in der Grazer Altstadt ist nur drei Gehminuten vom Rathaus entfernt und bietet eine charmante Symbiose von Tradition und Moderne. In der Lobby des Schlossberghotels trifft man auf Werke von Maria Lassnig, Max Weiler, Josef Mickl und Hermann Nitsch. Für den internationalen Touch sorgt unter anderem Frank Stella. Jedes einzelne der 61 Zimmer ist absolut einzigartig und wird mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt. Die Möbel kommen nicht von einer standardisierten Hotellinie, sondern jedes Stück wird mit Sorgfalt ausgewählt und bei Auktionen oder Antiquitätenhändlern erstanden. Um das Ergebnis zu vollenden, wird aus unzähligen Stoffen der gesucht, der am besten den Charakter des Zimmers widerspiegelt und mit den Antiquitäten harmoniert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Keine Kompromisse werden geschlossen. Der auf fünf Ebenen angelegte Kunstgarten, der neben einem atemberaubenden Blick auf Graz und einem Outdoor-Pool auch zahlreiche Skulpturen, unter anderem die weltgrößte Colour-Rendition Chart von Michael Schuster beinhaltet, ist ein absolutes Must-See in Graz.

Auf der anderen Seite des Grazer Zentrums, nur etwa 10 Minuten vom Schlossberghotel entfernt, findet man im Augartenhotel den absoluten Kontrast hierzu. Während sich das Schlossberghotel in einem Altstadthaus aus dem 16. Jahrhundert befindet, ist im Augartenhotel, entworfen vom bekannten österreichischen Architekten Günther Domenig, dessen offene und geradlinige Architektur unverkennbar. In der lichtdurchfluteten Lobby ringen dann auch gleich Werke von großen Namen wie Martin Kippenberger, Wolfgang Hollegha und Franz West um die Aufmerksamkeit der Gäste. Im Freizeitbereich mit Indoor-Pool, Fitnessraum und Sauna wartet „Der Schwimmbadgrabscher“ von Isa Schmidlehner auf die besonders Motivierten. Den darf man natürlich auch ohne körperliche Ertüchtigung genießen, einfach nur wenn man die Ruhe und Entspannung sucht und findet. In jedem einzelnen der 57 Zimmer kann man Werke verschiedenster nationaler und internationaler Künstler bestaunen und so erhält jedes seine ganz eigene Persönlichkeit.

Das Schönste daran ist jedoch: Helmut Marko wird und wird der Sammelleidenschaft nicht müde und viele seiner zahlreichen Reisen ziehen große „Umhängeaktionen“ nach sich, bei der die neuen Werke nahtlos eingefügt und bestehende Werke ausgetauscht werden. Damit wird den Zimmern und öffentlichen Bereichen der Hotels immer wieder ein ganz neues Gesicht gegeben. Ein Verkauf seiner Eroberungen kommt für Helmut Marko jedoch nicht in Frage, obwohl es an Interessenten nicht mangelt, denn die Vermögenssteigerung ist nicht der Grund für seine Sammlung.

Die Sammlung erweckt auch großes öffentliches Interesse und Gemälde werden immer wieder für Ausstellungen an Museen und an Galerien verliehen. So vor einiger Zeit der „Katamaran“ an das Bank Austria Kunstforum für die Messensee Ausstellung und – ganz aktuell – die „Skyline von Tihuana“ von Hans Weigand im Rahmen der Einzelausstellung „Surfing“ ans 21er Haus – Museum für zeitgenössische Kunst in Wien. Wenn man Helmut Marko trifft, ist man sich jedoch einer Sache sicher – er sprüht auch mit über 70 Jahren noch vor Energie und denkt noch lange nicht an den Ruhestand. Gut, dass er nun ein neues Hotelprojekt in Angriff nimmt, denn der Platz in seinen bestehenden Hotels ist begrenzt. Zeit also für viele neue leere Wände, die es mit spannenden und inspirierenden Werken zu füllen gilt.

Zur Person

Helmut Marko gewann 1971 das prestigeträchtige 24- Stunden-Rennen von Le Mans und startete von 1971 bis 1972 bei neun Formel-1-Rennen. Seit 2005 fungiert Marko als Motorsport-Chef beim Red Bull Racing-Team. Neben dem Motorsport ist er in Hotellerie & Gastronomie, sowie im Immobiliengewerbe tätig. Der Kunstsinn spiegelt sich in seinen beiden Grazer Hotels wider, die Gäste können dort die umfangreiche Sammlung zeitgenössischer und moderner Werke bewundern.

Mehr Informationen:
www.schlossberg-hotel.at
www.augarten-hotel.at

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