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Christine Schnoell

Der Mensch liebt die Kategorisierung – in richtig versus falsch, gut versus böse, reich versus arm, jung versus alt etc. Das Leben passiert aber (zum Glück) meistens irgendwo dazwischen.  Die Gesellschaft von heute scheint regelrecht verliebt in die Verabsolutierung der eigenen Sicht – frei nach dem Bibelzitat „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ (vgl. Matthäus 12,30). Beides schafft Mauern wo Brücken gebaut werden sollten. Denn nur durch die Kooperation innerhalb der Menschheit werden die Herausforderungen unserer Zeit konstruktiv angegangen werden können. Bringen wir also Farbe ins Spiel des Lebens …Der Maler Paul Klee schreibt: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ In den Arbeiten von Christine Schnoell bewahrheitet sich das gleich auf mehreren Ebenen.

Die Geschichten und Inspirationen hinter den Bildern fließen mir im Leben und in meinen Träumen entgegen“, sagt sie. Das klingt zunächst einfach, um nicht zu sagen gewöhnlich. Was sie aber daraus macht, schafft die Brücke vom Ufer des Handwerkes hin zum Ufer des Kunstwerkes und damit die Prämisse für jedwede konstruktive Kontemplation im Rezipienten. Es entstehen Geschichten, die das Leben schreibt und beschreibt, in allen Farben, in allen Schattierungen. Diese höchst aktuellen Thematiken fordern auf, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, aber auch, sich auf sein Innerstes zu konzentrieren, sich selbst zu begegnen bzw. über Erlebtes (neu) zu reflektieren.

DAS LEBEN IST NICHT SCHWARZ WEISS, WIR MACHEN ES ABER OFT DAZU.

Fernab dogmatischer Intentionen offeriert Christine Schnoell zunächst ihre subjektive Welt und fordert den Betrachter durch ihr schöpferisches Statement höflich aber bestimmt auf, hinter das Offensichtliche zu blicken. Mit bewusst leiser Stimme kreiert sie dabei farbliche Kaleidoskope, deren Ausdruckskraft ohnedies nicht in Worte hätte gefasst werden können. Verbale Eskapaden wären aber auch kontraproduktiv, wenn das Agens der Kunst direkt die Tür in die Welt der Emotionen öffnet und damit ein individuelles „Spüren“ im Hier und Jetzt auf vielfältige Weise ermöglicht.

Christine Schnoell
Meet you there – 2014 – Acrylics, Pastels, Pigments on canvas – 100 x 150 cm
Modern Jesus – 2014 – Acrylics, Pastels, Pigments on canvas – 100 x 150 cm
The Moment – 2014 – Acrylics, Pastels, Pigments on canvas – 100 x 150 cm

Durch die Bilder von Christine Schnoell passieren aber auch Begegnungen mit dem/der Anderen und holistische Erlebnisse. Explizit und implizit wird die/der BetrachterIn in der Kunst der Menschlichkeit geschult. Quasi an der Hand der Künstlerin genommen tritt sie/er über die Pforte des Augen-Blicks in die Seele der AkteurInnen. Das schafft nicht nur Verständnis sondern vor allem Mitgefühl im ureigenen Sinn mit dem Gegenüber und damit die Basis für die komplexe Zwischenmenschlichkeit.

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geschrieben von

Psychologe & Psychotherapeut, Coach im Höchstleistungsbereich für, Wirtschaft, Politik, Sport und Kunst, Vortragstätigkeit & Seminarleitung, Künstler & Kunstphilosoph.

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