DER MENSCH UND SEINE MASKE: Ein farb- und formgewaltiger Dialog

Ausstellung MASKENBILD(N)ER von Horst Schulz-Merliès in Innsbruck

Der von der Nach­lass­ver­wal­tung gewähl­te Titel der Aus­stel­lung „Maskenbild(n)er’’ im Muse­um Hof­burg beinhal­tet zwei The­men­krei­se, mit denen sich der deutsch-fran­zö­si­sche Künst­ler und Desi­gner Horst Schulz-Mer­liès (1934–2014) zeit sei­nes Lebens inten­siv aus­ein­an­der­setz­te: mit „Mas­ken’’ und mit der „Bild­ge­stal­tung’’. Mas­ken und Mas­ken­dar­stel­lun­gen sind ein fes­ter Bestand­teil des mensch­li­chen Lebens und haben eine lan­ge kul­tu­rel­le, reli­giö­se, ritu­el­le und sozia­le Tra­di­ti­on, deren Ursprung auf die in Isra­el 7000 v. Chr. gefun­de­ne Mas­ke zurück­geht.

Mas­ken ermög­li­chen zwar non­ver­ba­le Rol­len­spie­le, ver­ber­gen aber die rea­len Gedan­ken, Emo­tio­nen und Absich­ten ihrer Trä­ger. Sie bie­ten zum einen Schutz vor Ein­bli­cken jeder Art, ver­hin­dern aber zum ande­ren den offe­nen, zwi­schen­mensch­li­chen Dia­log, der unab­ding­bar ist im mensch­li­chen Mit­ein­an­der und der für Horst Schulz-Mer­liès’ Leben und künst­le­ri­sches Schaf­fen von essen­ti­el­ler Bedeu­tung war.

Auf­schluss­reich für den Zugang zu Schulz-Mer­liès’ Wer­ken ist die zwei­te Kom­po­nen­te des Aus­stel­lungs­ti­tels „…bild(n)er’’. Nach eige­ner Aus­sa­ge sah sich der Künst­ler nicht als Maler, son­dern als Desi­gner, des­sen Fokus auf dem Facet­ten­reich­tum des Men­schen lag. So zer­leg­te er unter ande­rem, ganz in der Tra­di­ti­on sei­nes gro­ßen Vor­bil­des Pablo Picas­so (1881 – 1973), den mensch­li­chen Kör­per in kubi­sche For­men und gestal­te­te ihn neu im Sin­ne der kubis­ti­schen Kon­struk­ti­ons­prin­zi­pi­en. Nicht nur Pablo Picas­so spiel­te eine gro­ße Rol­le in sei­nem Leben, auch Ein­flüs­se Paul Klees (1879 – 1940), Fer­di­nand Légers (1881 – 1955), Geor­ges Braques (1882 – 1963) und des Bau­haus­stils (1919 – 1933) sind in den Wer­ken erkenn­bar. Die­se Ein­flüs­se jedoch fan­den kei­nen epi­go­na­len Nie­der­schlag in Schulz­Mer­liès’ Kunst­schaf­fen, son­dern sind als indi­vi­du­el­le Rezep­ti­on und indi­vi­du­el­le Ver­ar­bei­tung und eigen­stän­di­ge Gestal­tung kunst­his­to­ri­scher Stil­rich­tun­gen zu ver­ste­hen.

www.schulz-merlies.com

Die Aus­stel­lung im Muse­um der Hof­burg Inns­bruck (Foy­er) Renn­weg 1 / 6020 Inns­bruck ist bis zum 19. August 2018 täg­lich von 9 Uhr bis 17 Uhr geöff­net und frei zugäng­lich.

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