Fotos, Farbe, Fantasie, Symbiose zweier Kunstarten

Klaus Eppele und Günter Weiler

k/g‑projects / Klaus Eppe­le und Gün­ter Wei­ler: Die Sym­bio­se zwei­er Kunst­ar­ten. Ein neu­es Kunst-Pro­jekt kom­bi­niert kon­kre­te Foto­gra­fie und abs­trak­te Male­rei.

Das ist ja nichts Neu­es, könn­te man sagen! Doch irgend­wie schon! Denn der Foto­graf Klaus Eppe­le und der bil­den­de Künst­ler Gün­ter Wei­ler, bei­de aus Deutsch­land, grün­de­ten „k/g‑projects“, um mit neu­en Ideen und künst­le­ri­schen Aus­drucks­wei­sen ein inno­va­ti­ves Pro­jekt zu eta­blie­ren: FOTOS | FARBE | FANTASIE.

Klaus Eppe­le und Gün­ter Wei­ler

ZWEI Künst­ler − EIN Werk! Und „k/g‑projects“ ist dafür die Ideen­schmie­de, das Mar­ke­ting­ta­bleau und prak­tisch die „Ver­triebs­ab­tei­lung“. Was steckt genau dahin­ter? Aus­ge­wähl­te künst­le­risch hoch­wer­ti­ge Foto­gra­fien von Klaus Eppe­le bil­den die Grund­la­ge der Über­ma­lun­gen von Gün­ter Wei­ler, der mit Öl- oder Acryl­far­be und in diver­sen Tech­ni­ken die Foto­gra­fien ver­frem­det. Dabei ent­ste­hen neue Blick­win­kel, neue Sicht­wei­sen und oft auch neue Bild­aus­sa­gen − völ­lig neue, eigen­stän­di­ge Arbei­ten: ver­edel­te Foto­gra­fien…!

Eppe­les Auf­nah­men sind für sich genom­men bereits Kunst­wer­ke, die schon oft aus­ge­stellt und zum Teil prä­miert wur­den und Wei­ler will die­sem Gan­zen eine neue Blick­di­men­si­on geben. Digi­ta­le, belie­big oft dupli­zier­ba­re Foto­kunst­wer­ke wer­den zu ana­lo­gen Uni­ka­ten. Dabei nutzt Wei­ler die Viel­zahl von Tech­ni­ken in der Male­rei, prak­tisch die gesam­te Palet­te, die er auch in sei­nem ursprüng­li­chen Gen­re, der moder­nen, zeit­ge­nös­si­schen Kunst, ver­wen­det.

Mit „FOTOS | FARBE | FANTASIE.“ gelingt es den bei­den Künst­lern, die Theo­rie der Abs­trak­ti­on zu unter­strei­chen und optisch zu the­ma­ti­sie­ren, indem Sicht­ba­res male­risch ver­frem­det, Gegen­ständ­li­ches unge­gen­ständ­lich gemacht und bis dahin „Unge­se­he­nes“ in einen neu­en Kon­text gebracht wird.

Doch zunächst zu den bei­den Prot­ago­nis­ten: Klaus Eppe­le mach­te sei­ne Beru­fung zum Beruf und ist seit 2009 frei­schaf­fen­der Foto­graf. Sei­ne Foto­gra­fien fin­det man in Zeit­schrif­ten und Wer­be­an­zei­gen sowie auf Buch­ti­teln, Kalen­dern und Web­sei­ten und als Wand­schmuck in Pri­vat­haus­hal­ten und Unter­neh­men. Klaus Eppe­le hat über 60 Kalen­der und den Bild­band „Karls­ru­he – Kalei­do­skop einer Stadt“ ver­öf­fent­licht und ist Co-Autor des Buches „Glücks­or­te in Karls­ru­he“. Im Lau­fe der Jah­re ent­wi­ckel­te Eppe­le meh­re­re Foto­se­ri­en, die er erfolg­reich in vie­len Aus­stel­lun­gen prä­sen­tiert hat. Sei­ne Foto­kunst kre­iert er ger­ne mit­hil­fe von Dop­pel­be­lich­tun­gen oder durch Über­la­ge­rung meh­re­rer Moto­mo­ti­ve. Das Pro­jekt „FOTOS | FARBE | FANTASIE.“ ist für ihn eine logi­sche Kon­se­quenz, die sei­nen Über­la­ge­run­gen eine neue Dimen­si­on und Hap­tik gibt, die er durch pure Foto­gra­fie nicht errei­chen könn­te.

Gün­ter Wei­ler zählt heu­te zu den eta­blier­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­lern sei­ner Regi­on und hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch einen Namen in der inter­na­tio­na­len Kunst­sze­ne sowie als Orga­ni­sa­tor zahl­rei­cher Kunst­mes­sen gemacht. Er beschäf­tig­te sich zunächst mit der Foto­gra­fie und setz­te sich dann auf theo­re­ti­scher Ebe­ne mit der His­to­rie und vie­len Tech­ni­ken der Male­rei aus­ein­an­der, bevor er 1996 mit Talent und sei­nen gesam­mel­ten Erfah­run­gen in die (figu­ra­tiv-) abs­trak­te und infor­mel­le Male­rei ein­stieg. Er malt intui­tiv, ges­tisch kraft­voll und mit einer erstaun­li­chen Fer­tig­keit. Der siche­re Umgang mit den Far­ben und die gefühl­vol­le Ästhe­tik des Aus­drucks ver­lei­hen sei­nen Arbei­ten einen star­ken und wir­kungs­vol­len Cha­rak­ter. Sei­ne hand­werk­li­che Per­fek­ti­on ist beein­dru­ckend, die künst­le­ri­sche The­ma­tik weit­grei­fend, bei einer ein­drucks­vol­len Viel­sei­tig­keit im Stil. Sein OEu­vre umfasst akti­ons­rei­che Groß­for­ma­te, meist im Sti­le des Infor­mel, teils auch figu­ra­tiv-abs­trakt auf Lein­wand und Papier, aber auch Klein- und Mit­tel­for­ma­te mit ganz beson­de­rem Reiz. Drei­di­men­sio­na­le Skulp­tu­ren bewei­sen eine wei­te­re impo­nie­ren­de Krea­ti­vi­tät. Gün­ter Wei­lers Rol­le in dem Pro­jekt ist die, die Foto­ar­bei­ten in einem zwei­ten Schritt mit­tels male­ri­scher Tech­ni­ken zu neu­en, ande­ren Kunst­wer­ken zu machen. Zu Kunst­wer­ken außer­halb des Main­streams.

DAS PROJEKT „FOTOS | FARBE | FANTASIE.“

Viel Zeit ver­geht schon bei der Aus­wahl der Foto­gra­fien, aber auch in der Ent­schei­dungs­pha­se, wel­che Bild­tei­le wie über­malt wer­den könn­ten oder soll­ten. Da wird unend­lich lan­ge über­legt, wel­che Tech­nik pas­send wäre, wel­che Far­ben pas­sen und wel­che Stel­len bear­bei­tet wer­den kön­nen. Die­se ambi­tio­nier­te Art der Ver­än­de­rung eines schon anspruchs­vol­len Fotos bedarf auch des Respekts und natür­lich der (still­schwei­gen­den) Ein­wil­li­gung von Klaus Eppe­le, dem Urhe­ber des Ursprungs­wer­kes. Hier zeigt sich die Unkom­pli­ziert­heit von Klaus Eppe­le, der ergeb­nis­ori­en­tiert denkt und nicht eifer­süch­tig auf sei­ne Bil­der schaut.

Die Ent­schei­dung der Art des Über­ma­lens ist kein ein­fa­ches Unter­fan­gen und ist nicht zu ver­glei­chen mit dem „gewohn­ten Vor­ge­hen“ vor der lee­ren Lein­wand oder dem wei­ßen Papier. Das ist ein lan­ger Gedan­ken­pro­zess, denn hier liegt bereits etwas vor. Wenn man so will: Farb­flä­chen, Kon­tras­te, Figür­li­ches, Kon­kre­tes. Dann wird ver­sucht, mit viel­fäl­ti­gen, künst­le­ri­schen Ein­grif­fen die Bild­spra­che zu ver­än­dern – im bes­ten Fal­le zu opti­mie­ren. Es wer­den bestimm­te Sequen­zen über­malt oder betont, Bild­tei­le wer­den zurück­ge­nom­men oder ver­stärkt, um so ganz neue Bild­aus­sa­gen ent­ste­hen zu las­sen.

Das, was die Betrach­ter am Ende zu sehen bekom­men, ist fast immer über­ra­schend, auch über­ra­schend neu, eine Art regie­ge­führ­te Ideen­um­set­zung, ein Pro­zess des Ver­frem­dens, ein Hin­ein­füh­ren in neue Seh­wel­ten und ein Spiel für die­je­ni­gen, die sich ent­spannt dar­auf ein­las­sen. Viel­leicht ist es aber auch so, dass die Künst­ler die Betrach­ter an die Hand neh­men und sie durch eine Foto­gra­fie füh­ren, vor die „bloß ein wenig Far­be auf­ge­bracht wur­de“. Nein – nicht wirk­lich! Aus her­aus­ra­gen­den Foto­gra­fien Klaus Eppe­les wer­den durch die Hand des Künst­lers Gün­ter Wei­ler ver­edel­te Kunst­wer­ke!

DIE KÜNSTLER VERBINDEN FOTOS, FARBE UND FANTASIE, UM NEUES ZU SCHAFFEN…

Klaus Eppe­le und Gün­ter Wei­ler koope­rie­ren schon seit meh­re­ren Jah­ren auf künst­le­ri­scher Ebe­ne. Zum 300. Stadt­ge­burts­tag von Karls­ru­he stell­ten Sie 2015 erst­mals gemein­sam aus. Klaus Eppe­le zeig­te Dop­pel­be­lich­tun­gen und Bild­über­la­ge­run­gen Karls­ru­her Moti­ve, Gün­ter Wei­ler prä­sen­tier­te einen Quer­schnitt sei­ner Male­rei und Skulp­tu­ren. Damals ent­stand das ers­te FOTOS | FARBE | FANTASIE.-Bild. Denn bei­de Künst­ler ent­schie­den sich, als Titel­bild der Aus­stel­lung ein gemein­sa­mes Werk zu schaf­fen und ein Karls­ru­her Foto­mo­tiv von Klaus Eppe­le zu über­ma­len. Es ent­stand das Werk „Hap­py Bir­th­day Karls­ru­he“, eine 100 x 100 cm gro­ße Foto­gra­fie auf Lein­wand gedruckt und über­malt. Das Titel­bild fand schon fünf Minu­ten nach der Aus­stel­lungs­er­öff­nung einen Käu­fer und hät­te am sel­ben Abend noch mehr­fach ver­kauft wer­den kön­nen. Seit­her gibt es immer wie­der Anfra­gen nach sol­chen Gemein­schafts­wer­ken. Und so …… haben sich Eppe­le und Wei­ler Ende 2018 offi­zi­ell zu „k/g‑projects“ ver­eint und das Pro­jekt FFF gestar­tet: FOTOS | FARBE | FANTASIE.

Nun – vie­le wer­den sagen: Über­ma­lun­gen gab es doch schon immer! Ja, man fin­det hin und wie­der Über­ma­lun­gen von pri­va­ten Foto­gra­fien, man den­ke nur an einen Teil von Ger­hard Rich­ters OEu­vre. Soweit das aber zu über­se­hen ist, gab es noch kei­ne geziel­te Zusam­men­ar­beit zwi­schen zwei unter­schied­lich agie­ren­den Krea­ti­ven. Sel­ten wird es ein Foto­graf erlau­ben, dass ein Maler sei­ne Fotos ver­än­dert.

Aber mit „k/g‑projects“ tre­ten zwei Künst­ler zusam­men auf, um einen gemein­sa­men Input für neue und span­nen­de Kunst­wer­ke zu geben. Da muss die „Che­mie“ schon stim­men zwi­schen den bei­den. Da ist kein Platz für Ani­mo­si­tä­ten oder Eifer­süch­te­lei­en! Im Vor­der­grund ste­hen pro­fes­sio­nel­le Zusam­men­ar­beit, Ver­trau­en und der Wil­le, das gemein­sa­me krea­ti­ve Ziel zum Erfolg zu füh­ren.

Alles wird gemein­sam ent­schie­den: Wel­che Foto­gra­fien in Fra­ge kom­men und in wel­cher Grö­ße die­se dann „pro­du­ziert“ wer­den. Dazu sich­ten die bei­den Künst­ler regel­mä­ßig hun­der­te Foto­gra­fien von Eppe­le und wäh­len die geeig­nets­ten davon aus. Klaus Eppe­le foto­gra­fiert aber auch neue Bild­ideen spe­zi­ell für das Pro­jekt.

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