Sammlung Hainz CMS

Zu Besuch im „Contemporary Museum Schillerplatz“

Der Fall Gur­litt, einer der spek­ta­ku­lärs­ten Kunst­fun­de der Nach­kriegs­zeit, sorg­te 2013 für media­le Auf­merk­sam­keit und gab vie­le recht­li­che Rät­sel auf. Als Cor­ne­li­us Gur­litt 2014, zwei Jah­re nach der Beschlag­nah­mung ver­starb, ging aus sei­nem Tes­ta­ment her­vor, dass das Kunst­mu­se­um Bern das Kon­vo­lut von rund 1500 Wer­ken über­neh­men soll. Das Kunst­mu­se­um Bern hat Cor­ne­li­us Gur­litts Erb­schaft ange­nom­men, aber nur jene Wer­ke, bei denen es sich nach­weis­lich nicht um Raub­kunst han­delt. Dazu hat die Stif­tung Kunst­mu­se­um Bern eine Ver­ein­ba­rung mit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und dem Land Bay­ern getrof­fen. Arbeits- und Kunst­rechts­ex­per­te Dr. Bern­hard Hainz hat das Muse­um im Zuge die­ser heik­len Erb­schaft mit CMS Öster­reich, Deutsch­land und der Schweiz bera­ten und beglei­tet. Hainz ist selbst begeis­ter­ter Kunst­samm­ler und kann durch sei­nen per­sön­li­chen Zugang und Erfah­rungs­schatz eine beein­dru­cken­de Exper­ti­se im Kunst­recht vor­wei­sen. In 25 Jah­ren Samm­ler­tä­tig­keit hat er gemein­sam mit sei­ner Frau Eli­sa­beth eine bedeu­ten­de Samm­lung von rund 1000 Kunst­wer­ken aufgebaut.

Besich­tigt wer­den kann die­se auf einer Aus­stel­lungs­flä­che von 3.500 m² im ers­ten Bezirk in Wien. Es han­delt sich dabei um die Räum­lich­kei­ten der Anwalts­kanz­lei CMS Reich-Rohr­wig Hainz. Auf drei Stock­wer­ke ver­teilt, kann man in den vom Archi­tek­ten Ernst Mayr kon­zi­pier­ten moder­nen Räum­lich­kei­ten viel­fäl­ti­ge Expo­na­te der zeit­ge­nös­si­schen Kunst ent­de­cken. Der Samm­ler emp­fängt uns und meint gleich ein­lei­tend scherz­haft, dass „CMS unter kunst­af­fi­nen Insi­dern auch oft als Abkür­zung für Con­tem­pora­ry Muse­um Schil­ler­platz“ defi­niert wird. Man spürt sofort, Bern­hard Hainz hat einen Sinn für Humor und sam­melt defi­ni­tiv nicht, weil es „en vogue“ ist, son­dern aus purer Lei­den­schaft. Gemein­sam mit sei­ner Frau Eli­sa­beth sam­melt er seit 1994 – und zwar nicht mit den Ohren, wie Hainz betont, son­dern mit den Augen und dem Her­zen. Anfangs hat Fami­lie Hainz lan­ge Zeit gegen den Strom figu­ra­tiv gesam­melt und durch­aus nicht nur pro­mi­nen­te Namen, son­dern eben auch ger­ne Ent­de­ckun­gen gemacht: „Es geht uns dar­um, ver­steck­te Juwe­len zu heben.“ Im Zuge des­sen unter­stützt die Fami­lie Hainz auch immer wie­der Buch­pro­jek­te. „Bei­spiels­wei­se die Mono­gra­fie von Karl Stark anläss­lich sei­ner Per­so­na­le 2002 im Joan­ne­um Graz zu sei­nem 80sten Geburts­tag. Oder die Her­aus­ga­be eines Werk­ver­zeich­nis­ses für Lean­der Kai­ser. Oder für Trau­del Pich­ler, die lei­der 2002 viel zu früh ver­stor­ben ist. An die­ser Mono­gra­fie habe ich gemein­sam mit Gun­ter Damisch, der zuerst ihr Stu­dent und spä­ter ihr Chef an der Aka­de­mie war, gear­bei­tet. Beim Ver­lag Hat­je Cantz habe ich 2017 ein Buch über den Schwei­zer Künst­ler Andre­as Straub mit dem Titel „Anlei­tung zur Seh­stö­rung“ her­aus­ge­ge­ben“, erzählt Bern­hard Hainz. Aktu­ell sind wir dabei, ein Werks­ver­zeich­nis für Kurt Abso­lon zu erstel­len, das war mir auch schon lan­ge ein Anlie­gen. Abso­lon ist ein genia­ler Gra­fi­ker und in eine Linie mit Kubin, Sed­lacek oder Brosch zu stel­len. Und Zukunfts­plä­ne gibt es eben­falls schon. Gemein­sam mit Ines Lom­bar­di soll eine Mono­gra­fie für Erwin Thorn entstehen.

Für die Besich­ti­gung der Samm­lung benö­tigt man min­des­tens 1,5 Stun­den – also star­ten wir gleich mit dem Rund­gang. Die Hän­gung und Stel­lung der Wer­ke erfolgt nicht wahl­los, son­dern the­ma­tisch. Bar­ba­ra Hainz, die Toch­ter des Samm­ler­paa­res, selbst Absol­ven­tin der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te in Wien (Mar­tin Gutt­mann, Foto­gra­fie) und selbst­stän­di­ge Künst­le­rin, hat mitt­ler­wei­le auch die kura­to­ri­sche Beglei­tung über­nom­men. Die Werks­grup­pen sind in den Flü­geln und Gescho­ßen ver­teilt: abs­trak­te Male­rei und Skulp­tu­ren, Gra­fik auf Papier, Wie­ner Aktio­nis­mus, Expres­sio­nis­mus, figu­ra­ti­ve Male­rei, Foto­gra­fie. Jedes ein­zel­ne Werk sorg­fäl­tig posi­tio­niert, im Kon­text prä­sen­tiert und pro­fes­sio­nell beschrif­tet. Der­zeit ist auch ein Gesamt­ka­ta­log in Aus­ar­bei­tung. In den ein­zel­nen Mee­ting-Räu­men, die nach den CMS-Stand­or­ten wie Tür­kei, Bul­ga­ri­en, Kroa­ti­en, Ukrai­ne etc. benannt sind, fin­det man „site-spe­ci­fic-art“. Künstler*innen aus dem jewei­li­gen Her­kunfts­land. Bei­spiels­wei­se der 1973 gebo­re­ne David Maljkovi´c, der im kroa­ti­schen Raum eine Instal­la­ti­on aus Foto­gra­fie und blau­em Vor­hangstoff umge­setzt hat. Die Foto­gra­fien zei­gen For­men der Kom­mu­ni­ka­ti­on wie Kör­per­spra­che, eine Kon­fe­renz, eine Rede – sehr sub­til und pas­send für einen Raum, in dem kom­mu­ni­ziert wird. Im Raum Bul­ga­ri­en steht ein Modell des Bron­ze­haus-Pro­jek­tes des öster­rei­chisch-bul­ga­ri­schen Künst­lers Pla­men Dejan­off. „Wir för­dern spe­zi­fi­sche Pro­jek­te, die sich manch­mal auch aus der Situa­ti­on her­aus erge­ben, wie bei­spiels­wei­se die­ses Bron­ze­haus Pro­jekt mit Pla­men Dejan­off in Sofia anläss­lich der EU-Prä­si­dent­schaft bei­der Län­der im Jahr 2018“, erzählt Hainz. Als die bul­ga­ri­sche Armee im August 1999, zehn Jah­re nach der Wen­de, das Mau­so­le­um in die Luft spreng­te, schei­ter­te sie. Das Gebäu­de knick­te ein wenig ein, aber hielt dem Angriff der neu­en demo­kra­ti­schen Zeit stand. Erst im zwei­ten Anlauf brach es zusam­men und wur­de abge­tra­gen. Dimitrow war bereits 1990 auf dem Zen­tral­fried­hof in Sofia bei­gesetzt wor­den. Vier Jahr­zehn­te lang mar­schier­ten Schul­klas­sen und sozia­lis­ti­sche Funk­tio­nä­re an sei­nem ein­bal­sa­mier­ten Leich­nam im Mau­so­le­um vor­bei. Danach blieb der Platz jah­re­lang leer, weil sich die poli­ti­schen Frak­tio­nen in Bul­ga­ri­en nicht auf ein mehr­heits­fä­hi­ges Pro­jekt eini­gen konn­ten. Bis man sich auf das Bron­ze­haus-Pro­jekt einig­te. Dejan­offs „Bron­ze­haus” stand für ein Jahr über dem rie­si­gen Kel­ler des eins­ti­gen Grab­mals. „Es gibt eigent­lich nichts Schö­ne­res, als der Kunst die­se ver­mit­teln­de Funk­ti­on im öffent­li­chen Raum auf einem der­ar­tig poli­tisch kon­ta­mi­nier­ten Platz zu über­las­sen. Ein groß­ar­ti­ges Refe­renz­pro­jekt für die Kunst“, schwärmt der Sammler.

Ein­drü­cke von der abwechs­lungs­rei­chen Kunst­füh­rung mit Dr. Bern­hard Hainz in den Räum­lich­kei­ten der Kanz­lei. Foto: Xan­dra M. Linsin

Der Gale­rist Georg Kargl war ein lang­jäh­ri­ger Freund und Beglei­ter der Samm­lung Hainz. Aber begon­nen hat die Lei­den­schaft schon frü­her. „Ein wun­der­schö­nes Blatt von Rudolf von Alt und eine Kalt­na­del­ra­die­rung von Mirò waren die ers­ten Wer­ke, die wir uns ange­schafft haben“, so Hainz, und fährt fort: „Durch Rudolf von Alt ist eigent­lich auch die Lei­den­schaft zum Kunst­sam­meln ent­stan­den, und zwar für die Kunst des 19. Jahr­hun­derts, Stim­mungs­im­pres­sio­nis­mus. Dann haben wir uns rela­tiv rasch Rich­tung Expres­sio­nis­mus und Klas­si­sche Moder­ne ent­wi­ckelt mit Egger-Lienz oder dem Nötscher Kreis. Anschlie­ßend ver­folg­ten wir die expres­si­ve figu­ra­ti­ve Male­rei nach 1945. Ich hat­te damals einen guten Kon­takt zu einem Künst­ler, den ich auch heu­te noch sehr schät­ze, Karl Stark, ein Klas­si­ker in der figu­ra­ti­ven Male­rei. Den­noch sind wir stets für Plu­ra­lis­mus ein­ge­tre­ten und haben nie ein Scheu­klap­pen-Den­ken ver­folgt. Karl Stark war eben­so wie sein Freund Prof. Leo­pold ganz klar figu­ra­tiv aus­ge­rich­tet, und alles Abs­trak­te war schreck­lich für ihn. Umge­kehrt gerier­ten sich die Ver­tre­ter der Abs­trak­ti­on als die ein­zi­gen, wah­ren Künst­ler und lehn­ten figu­ra­ti­ve Male­rei kate­go­risch ab: So malt man nicht! Das waren zwei ver­schie­de­ne Wel­ten. Wir sind den­noch immer neu­gie­rig gewe­sen, was es sonst noch gibt. Und so sind wir mit Georg Kargl in Kon­takt gekom­men, er hat dann die ande­re Welt eröff­net. Das ers­te Bild, das wir bei ihm erwor­ben haben, war auch noch figu­ra­tiv von „Mun­te­an and Rosen­blum“. Anschlie­ßend haben wir lang­sam zur abs­trak­ten Male­rei und Kon­zept­kunst, spä­ter auch zu Video­kunst und Foto­gra­fie gefun­den.“ Im Ergeb­nis ist die Samm­lung als Samm­lung öster­rei­chi­scher Künstler*innen gewach­sen, par­al­lel dazu gibt es Schwer­punk­te von aus­län­di­schen Refe­renz­po­si­tio­nen. Heu­te sam­meln Bern­hard und Eli­sa­beth Hainz aus­schließ­lich zeit­ge­nös­si­sche Kunst. „Ich tau­sche mich ger­ne mit Samm­lern und vor allem auch mit Künst­lern und Künst­le­rin­nen aus. Zu 95 % grei­fen mei­ne Frau und ich dann auf das­sel­be.“ Das letz­te Mal, als Bern­hard Hainz wirk­lich län­ge­re Zeit zufrie­den war, war unmit­tel­bar nach der Anschaf­fung und Instal­lie­rung des Werks von Law­rence Wei­ner für den offe­nen Trep­pen­auf­gang. Das Gefühl beschreibt er als „eine Pha­se, in der man ver­weilt und kei­ne neu­en Anlie­gen hat.“ Aber auch das ändert sich dann bei ihm wie­der schnell. „Als Samm­ler ist man immer auf der Suche, das wird nur gemil­dert durch bud­ge­tä­re Limits – inso­fern gibt es da einen Kor­rek­tur­fak­tor. Dan Gra­ham ist bei­spiels­wei­se ein tol­ler Künst­ler, lei­der aber heut­zu­ta­ge kaum mehr erschwinglich.“

Zu den ein­zel­nen Kunst­wer­ken kann Hainz groß­ar­ti­ge Geschich­ten erzäh­len, sodass der Rund­gang zu einem Erleb­nis wird. Über Rudolf Polan­sz­kys berühm­tes „Gro­ßes Sitz­bild“ weiß der Samm­ler aus siche­rer Quel­le, näm­lich vom Künst­ler selbst, zu berich­ten, dass die­se Mit­te der 80er Jah­re ent­stan­den sind, als die „Neu­en Wil­den” die Sze­ne auf­misch­ten. Polan­sz­ky mein­te in Bezug auf die­se jun­ge Bewe­gung: „So wie die malen, so male ich mit dem ‚Orsch‘.“ Und genau das hat er dann auch gemacht. Und zu Hans-Peter Pro­fun­sers Skulp­tur gibt es einen inter­nen Gag: „Unter den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen hier wird die­se Skulp­tur auch als der geschun­de­ne Kon­zi­pi­ent nach dem ver­lo­re­nen Pro­zess inter­pre­tiert.“ Das ist in der Tat ein star­kes Bild. Zur Arbeit von Law­rence Wei­ner merkt Hainz an, dass das Kon­zept des Künst­lers jenes ist, dass die Kunst im Kopf ent­steht, die muss gar nicht aus­ge­führt wer­den, son­dern die Idee ist das Ent­schei­den­de. „Das war dann bei der Umset­zung hier doch etwas anders. Wei­ner war die Ästhe­tik der Anord­nung schon ein Anlie­gen.“ Beim Skulp­tu­ren-Park im Foy­er macht uns Hainz auf das Objekt von Bern­hard Leit­ner auf­merk­sam, der 2015 den Staats­preis für Video- und Medi­en­kunst erhielt und sich mit der Akus­tik und ihren viel­fäl­ti­gen sinn­li­chen Wahr­neh­mungs­mög­lich­kei­ten beschäf­tigt. „Es geht um Lau­te, die man nicht nur hört, son­dern auch spürt oder sieht. Er ver­sucht die Schall­wel­le optisch sicht­bar und so den Ton nicht nur akus­tisch erfahr­bar zu machen. Die­se Syn­chro­ni­sie­rung ist ein wesent­li­cher Aspekt sei­ner Kunst.“ Im Bereich der Papier­ar­bei­ten fas­zi­niert das gefal­te­te Por­trait von Samu­el Beckett, eine Arbeit von Simon Schu­bert. Wir ent­de­cken Klaus Moset­tig. Er repro­du­ziert Kunst mit ande­ren Medi­en, bei­spiels­wei­se bringt er in einem Werk der Serie „Pra­do Lux” die Staub­par­ti­kel eines Dia-Pro­jek­tors mit Blei­stift auf Papier. Er emp­fin­det auch Jack­son Pol­lock oder eine Bie­der­mei­er-Stu­die nach. Die künst­le­ri­schen Posi­tio­nen, denen wir begeg­nen, sind umfang­reich. Dar­un­ter: Bru­no Giron­co­li, Son­ja Lei­mer, Oswald Stimm, Wal­ter Obhol­zer, Mar­cia Hafif, Nan­cy Hay­nes, Wei­wei, Lei Xue, Erwin Bohatsch, Esther Sto­cker, Lui­sa Kasali­cky, Gela­tin, Caro­la Dert­nig, Mari­na Sula, Johan­nes Rausch, Marc Adri­an, Ned­ko Sola­kov, Ger­wald Rocken­schaub, Mar­kus Hue­mer, Her­bert Brandl, Tho­mas Rein­hold, Hein­rich Dunst, Judith Fegerl, Hans Kup­pel­wie­ser, Ahmed Oran, Mar­kus Hue­mer, Rose­ma­rie Tro­ckel, Hans Scha­bus, Valie Export, Frie­de­ri­ke Pezold, Arnulf Rai­ner, Her­mann Nitsch, Franz West, Rudolf Schwarz­kog­ler, Jona­than Mee­se, Chris­ti­an Eisen­ber­ger, Hei­mo Zober­nig, Mar­kus Schin­wald, Otto Muehl, Gün­ter Brus, Mar­tha Jung­wirth, Franz Graf, Gabi Trin­kaus, Till­man Kai­ser, Sven­ja Dei­nin­ger, Bri­git­te Kowanz, Joseph Beuys, Nil Yal­ter, Bir­git Jür­gens­sen, Rena­te Bert­l­mann, Hel­ga Phil­ipp, Rita Nowak, Ash­ley Hans Scheierl, Jakob Lena Knebl, Peter Mil­ler, Franz Grab­mayr, Lean­der Kai­ser, Mar­tin Schnur, Fran­cis Ruy­ter, Dani­el Richter.

Auf die der­zei­ti­ge Situa­ti­on des „Restarts“ der Gale­rien und Aus­stel­lungs­räu­me nach dem Still­stand ange­spro­chen, zeigt sich Hainz aus Samm­ler­sicht zuver­sicht­lich: „Tat­säch­lich hat die Covid- 19-Kri­se den Kunst­markt 2020 mas­siv ver­än­dert, ich glau­be aber nicht, dass er gänz­lich zum Erlie­gen gekom­men ist. Dies mag zwar wäh­rend der stren­gen Beschrän­kun­gen im Früh­jahr der Fall gewe­sen sein, nun­mehr dürf­te sich aber im Herbst doch wie­der eine Renais­sance des Kunst­mark­tes ereig­nen. Vor der Tür ste­hen die Eröff­nun­gen von cura­ted by in Wien, Ende Sep­tem­ber fin­det dann die vien­na­con­tem­pora­ry in der Marx Hal­le statt. Dort wer­den wir sicher vor­bei­schau­en. Ehr­lich gesagt waren wir über die Ent­schleu­ni­gung, die die Covid-19-Kri­se ver­ur­sacht hat, gar nicht so unglück­lich. Wir mei­den zwar nach wie vor die Eröff­nun­gen oder Abend­essen, wo sich zahl­rei­che Men­schen in geschlos­se­nen Räu­men zusam­men­fin­den. Ich nut­ze aber die Gele­gen­heit, schon vor der Eröff­nung oder danach allein in die Gale­rie zu gehen und habe auch in den letz­ten Mona­ten Kunst­wer­ke erwor­ben, bei­spiels­wei­se die wun­der­ba­re 6‑teilige Foto­ar­beit „Poem“ von Leo­no­ra De Bar­ros (1979/2014) in der Gale­rie Kargl.“

Das Inter­es­se für Kunst teilt Bern­hard Hainz mitt­ler­wei­le mit vie­len Mitarbeiter*innen der Kanz­lei, die sich freu­en, wenn neue Wer­ke dazu­kom­men oder Kunst­füh­run­gen ange­bo­ten wer­den. „Ich mer­ke es an Dis­kus­sio­nen unter den Kolleg*innen, bei­spiels­wei­se als ich das Gurkerl von Erwin Wurm gekauft habe. Es äußert sich auch ganz klar bei kunst­af­fi­nen Kli­en­ten, die sagen: Wir kom­men lie­ber zu euch, weil bei euch gibt es gute Kunst. Da herrscht schon ein Aus­tausch zwi­schen der Kunst und den Men­schen, die die­se Räum­lich­kei­ten nut­zen. Die Kunst gehört eigent­lich schon zur Cor­po­ra­te Iden­ti­ty unse­rer Kanz­lei.“ Als wir uns ver­ab­schie­den und den Rund­gang Revue pas­sie­ren las­sen, stel­len wir fest, dass der eigent­lich scherz­haft gemein­te Name „Con­tem­pora­ry Muse­um Schil­ler­platz“ durch­aus sei­ne Berech­ti­gung hat.

Samm­ler Dr. Bern­hard Hainz auf der Trep­pe in der Kanz­lei „CMS Reich-Rohr­wig Hainz“ in Wien. An der Wand das Kunst­werk von Law­rence Wei­ner. Foto: Xan­dra M. Linsin
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