Viviane Sassen | Lexicon

Farbe, Form und Posen. Mit der inter­na­tio­nal aner­kann­ten Foto­gra­fin Vivia­ne Sas­sen prä­sen­tiert das FO.KU.S in sei­ner Herbst­aus­stel­lung eine der auf­re­gends­ten und eigen­wil­ligs­ten jun­gen Foto­gra­fin­nen Euro­pas. Gezeigt wer­den zen­tra­le Wer­ke der nie­der­län­di­schen Künst­le­rin, ihr Bild­zy­klus LEXICON sowie Arbei­ten aus den Seri­en FLAMBOYA und PARASOMNIA, die zwi­schen 2005 und 2011 in Afri­ka ent­stan­den sind, wo sie Jah­re ihrer Kind­heit ver­bracht hat.

Bekannt wur­de Vivia­ne Sas­sen durch ihre Farb­fo­to­gra­fien, bei denen die Form am Ran­de der Abs­trak­ti­on eine star­ke Rol­le spielt. Die dar­ge­stell­ten mensch­li­chen Kör­per wer­den in den Arbei­ten dem All­tag ent­rückt und zu Akteu­ren sur­rea­ler Sze­ne­rien. Men­schen fasst Vivia­ne Sas­sen skulp­tu­ral auf. Sie fokus­siert auf Ges­tik, beweg­te Kör­per – Gesich­ter ver­mei­det sie. Die inten­si­ven Far­ben und das raf­fi­nier­te Spiel mit dem Schat­ten, das cha­rak­te­ris­tisch ist für die Arbei­ten von Vivia­ne Sas­sen, for­dern unse­re Wahr­neh­mung her­aus.

Der har­te Kon­trast zwi­schen Hell und Dun­kel, zwi­schen Rea­lis­mus und Abs­trak­ti­on wird zur Meta­pher für wider­sprüch­li­che Emo­tio­nen wie Angst und Begeh­ren, Fan­ta­sie und Illu­si­on.

In den gezeig­ten Werk­grup­pen beschäf­tigt sich die Foto­gra­fin mit Fra­gen von Wahr­neh­mung und Rezep­ti­on von Men­schen­bil­dern, die sowohl in der insze­nier­ten wie auch in der Doku­men­tar­fo­to­gra­fie ver­or­tet wer­den kön­nen. Fern­ab von gän­gi­gen west­li­chen Kli­schees in Bezug auf einen gan­zen Kon­ti­nent, gelingt es der Künst­le­rin, sich in ein archai­sches und gleich­zei­tig doch sehr heu­ti­ges Bild von Afri­ka ein­zu­schrei­ben. Ihre Arbei­ten, z.B. DNA, dien­ten als foto­gra­fi­sche Vor­la­ge für das Oscar­ge­krön­te fil­mi­sche Meis­ter­werk von Bar­ry Jankins, „Moon­light“, 2017.

Vivia­ne Sas­sen, gebo­ren 1972 in Ams­ter­dam, lebt und arbei­tet in Ams­ter­dam. Sie stu­dier­te Fashion Design, bevor sie sich mit einem Foto­gra­fie­stu­di­um in Utrecht der bil­den­den Kunst zuwand­te. Ihr eigen­stän­di­ges Werk als freie Foto­gra­fin wur­de 2007 mit dem Prix de Rome aus­ge­zeich­net, 2011 erhielt sie den Inter­na­tio­nal Cen­ter of Pho­to­gra­phy (ICP) Infi­ni­ty Award in New York, wei­te­re Aus­zeich­nun­gen folg­ten. Auch in der Mode­fo­to­gra­fie – etwa für Mis­so­ni, Her­mès oder Lou­is Vuit­ton – setz­te sie mit ihrer eigen­wil­li­gen, emo­tio­na­len Bild­spra­che Akzen­te. Ihre Arbei­ten wur­den bereits in zahl­rei­chen inter­na­tio­na­len Maga­zi­nen und meh­re­ren Bild­bän­den ver­öf­fent­licht und welt­weit in Aus­stel­lun­gen gezeigt, u.a. bei der 55. Vene­dig Bien­na­le 2013, im Foto­mu­se­um Win­ter­thur oder jüngst in den Deich­tor­hal­len Ham­burg.

FO.KU.S, die Gale­rie für inter­na­tio­na­le Foto­kunst im Stadt­fo­rum der Bank für Tirol und Vor­arl­berg in Inns­bruck, kann 2017 eine wei­te­re inter­na­tio­nal sehr renom­mier­te Posi­ti­on der Foto­kunst prä­sen­tie­ren, die jun­ge nie­der­län­di­sche Foto­gra­fin Vivia­ne Sas­sen, die höchst erfolg­reich sowohl frei künst­le­risch, wie auch in der Mode­fo­to­gra­fie arbei­tet.

FO.KU.S – Foto Kunst Stadt­fo­rum
BTV Stadt­fo­rum 1
6020 Inns­bruck

Öff­nungs­zei­ten
Mo-Fr 11 –18 Uhr,
Sa 11. – 15 Uhr – bis 5. Nov. 2017 – Ein­tritt frei

www.btv-fokus.at

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