Die Formel für flüssiges Gold: KUNST²

Interview mit Hans Terzer

IN GUTER KUNST UND GUTEM WEIN STECKEN ÄHNLICHE ZUTATEN: EMOTION, KREATIVITÄT, PASSION UND VOR ALLEM DER MUT ZUR DIFFERENZIERUNG. WIR HABEN EINEN SÜDTIROLER KELLERMEISTER GETROFFEN, DER GENAU DIESE ELEMENTE VERKÖRPERT: HANS TERZER. ER IST VISIONÄR UND BOTSCHAFTER FÜR WEINKULTUR MIT INTERNATIONALER VORBILDFUNKTION. IN FACHKREISEN GILT TERZER ALS AUSNAHMETALENT, DAS IMMER WIEDER NEUE MASSSTÄBE SETZT. ALS QUERDENKER ÜBERRASCHTE ER DIE WEINWELT VOR VIER JAHREN MIT EINER SENSATION: „APPIUS“, EIN CUVÉE MIT SAMMLERPOTENTIAL.

APPIUS“ ver­kör­pert den Macher, und inhalts­mä­ßig ist das „Bes­te vom Bes­ten“ für Ter­zer gera­de gut genug:Mein Ziel ist es, jedes Jahr den jewei­li­gen Jahr­gang bes­tens zu inter­pre­tie­ren und zu prä­sen­tie­ren“, so die zen­tra­le Aus­sa­ge von Hans Ter­zer. Die „limi­ted Edi­ti­on“ von max. 6000 Fla­schen, die spe­zi­el­le Ver­ar­bei­tung und der über­durch­schnitt­lich lan­ge Rei­fe­pro­zess von vier Jah­ren im Tank, eine eigens dafür ent­wi­ckel­te Fla­schen­form und ein außer­ge­wöhn­li­ches Design in Gold zeich­nen den Wein aus. Dass Ter­zer das eige­ne „Meis­ter­werk“ mit sei­ner Signa­tur in Gold ver­sieht, unter­streicht die enge per­sön­li­che Bin­dung des Schöp­fers zu sei­nem Pro­dukt. Ähn­lich einem Künst­ler, der sein Kunst­werk signiert.

Herr Ter­zer, wir haben das Gefühl, dass APPIUS die Krö­nung einer lan­gen Rei­se ist…

Ja, so könn­te man es for­mu­lie­ren. Seit 40 Jah­ren arbei­te ich in der Kel­le­rei St. Micha­el und habe in den ers­ten 10 Jah­ren ver­sucht, vie­les im Betrieb neu zu ord­nen und zu gestal­ten, um anschlie­ßend die Son­der­edi­ti­on „Sanct Valen­tin“ ins Leben zu rufen, die inter­na­tio­nal aner­kannt ist. Jah­re­lan­ge Erfah­rung und Erkennt­nis­se haben dazu geführt, dass ich bewei­sen woll­te, dass in unse­ren Wein­ber­gen noch mehr und auch im Kel­ler noch viel Poten­ti­al in Sachen Aus­bau steckt. Da jede Sor­te und auch die ver­schie­de­nen Lagen sepa­rat aus­ge­baut wer­den, habe ich auch „Aus­rei­ßer“ im posi­ti­ven Sin­ne ken­nen­ge­lernt und beschlos­sen, die­se Wei­ne einem inter­es­sier­ten Publi­kum vor­zu­stel­len. Aus die­sem Grund ist eben APPIUS gebo­ren, eine Sym­bio­se der bes­ten Trau­ben aus unse­ren Wein­ber­gen, gekel­tert durch indi­vi­du­el­le Metho­den. APPIUS ist mei­ne Vor­stel­lung eines wür­di­gen Ver­tre­ters des jewei­li­gen Jahr­gan­ges.

Ist mit die­ser Krö­nung der Höhe­punkt erreicht oder geht die Rei­se wei­ter?

Die Rei­se geht sicher wei­ter. In der Zwi­schen­zeit gibt es auch neue Pro­jek­te, die aber auf sor­ten­rei­ne Wei­ne auf­ge­baut sind, die teils auch durch neue Tech­ni­ken gekel­tert wer­den. Das Wich­tigs­te ist aber nach wie vor der Wein­berg. Unser Han­di­cap besteht dar­in, dass wir über wenig alte Wein­ber­ge ver­fü­gen, die opti­ma­le Qua­li­tät lie­fern. Unse­re alten Wein­ber­ge waren vor allem für grö­ße­re Erträ­ge aus­ge­rich­tet und auch vom Stand­ort her nicht immer opti­mal. Dem haben wir ent­ge­gen­ge­wirkt. Wir pflan­zen neue Wein­ber­ge nur mehr sehr qua­li­täts­be­zo­gen und stre­ben nied­ri­ge Erträ­ge mit Spit­zen­qua­li­tät an. Auch Nach­hal­tig­keit sowie natur­na­he und scho­nen­de Bear­bei­tung spie­len heu­te eine gro­ße Rol­le. In der Zwi­schen­zeit ist aber ein Teil unse­rer Wein­ber­ge doch zwi­schen 20 und 25 Jah­re alt und beginnt Top­qua­li­tä­ten zu brin­gen. Tra­di­ti­ons­ge­mäß gibt es in Süd­ti­rol über ein Dut­zend ver­schie­de­ne Reb­sor­ten. Wir ver­su­chen uns aber auf jene Sor­ten zu kon­zen­trie­ren, die in unse­rem ein­ma­li­gen Wein­bau­ge­biet die bes­ten Ergeb­nis­se brin­gen. Die Magie der Viel­falt ist zwar das Schlag­wort für Süd­ti­rol, bringt uns aber auch ab und zu in Ver­le­gen­heit.

Besser und anders zu sein erfor­dert immer auch Mut. – Wie mutig sind Sie?

Ich weiß nicht, ob mei­ne Arbeit mit Mut zu tun hat. Eines ist aber gewiss: Wenn ich von einem Pro­jekt über­zeugt bin, wird das durch­ge­zo­gen, ohne Kom­pro­mis­se. Man muss auch das nöti­ge Selbst­be­wusst­sein haben, das mir auf­grund mei­ner Erfah­rung, aber auch durch mei­ne selbst­kri­ti­sche Art sicher nicht fehlt. Ich bin einer der weni­gen Kel­ler­meis­ter, der, auch in einem schwie­ri­gen und zusätz­lich von der Pres­se „schlecht­ge­schrie­be­nem“ Jahr­gang, den APPIUS 2014 auf den Markt brin­gen wird. 2014 ist viel­leicht fili­gra­ner als sein Vor­gän­ger, er ist aber das Spie­gel­bild des Jahr­gan­ges und Beweis, dass man auch in so genann­ten schwie­ri­gen Jah­ren durch rigo­ro­se Selek­ti­on im Wein­berg und gekonn­tes Kel­tern Top-Qua­li­tä­ten erzeu­gen kann.

Hans Ter­zer

APPIUS ist mei­ne Vor­stel­lung eines wür­di­gen Ver­tre­ters des jewei­li­gen Jahr­gangs.

Der ers­te Jahr­gang, den Sie ver­ar­bei­tet haben, war sehr limi­tiert. War­um?

Die Edi­ti­on 2010 war des­halb klei­ner, weil ich, ganz ehr­lich gesagt, nicht wuss­te, wie der Markt auf die­sen neu­en Wein reagie­ren wür­de. Die Qua­li­tät war spit­ze, und es wäre auch mög­lich gewe­sen, eini­ge tau­send Fla­schen mehr zu pro­du­zie­ren. Die Kun­den haben zwar über­rascht, aber sehr posi­tiv auf APPIUS reagiert und die Pro­duk­ti­on war sehr schnell aus­ver­kauft.

Verfol­gen Sie eine Visi­on?

Ich möch­te den APPIUS natür­lich auch inter­na­tio­nal bekannt machen. Dazu gehö­ren natür­lich auch gute Bewer­tun­gen von inter­na­tio­na­len Wein­kri­ti­kern wie Robert Par­ker, James Suck­ling, Anto­nio Gal­lo­ni usw. Schön wäre es natür­lich, eine Punk­te­zahl zwi­schen 98 und 100 zu errei­chen – 96 Punk­te hat es schon gege­ben.

Ist der APPIUS für Samm­ler rele­vant?

Ja, auf alle Fäl­le! Wir sind dabei, einen APPI­US-Club zu grün­den, mit dem Ziel, den­je­ni­gen Kun­den, der jedes Jahr APPIUS gekauft hat, auch in nächs­ter Zeit mit eini­gen Fla­schen zu belie­fern. Bereits heu­te müs­sen wir die Fla­schen, die zum Ver­kauf ange­bo­ten wer­den, streng limi­tie­ren. Die inzwi­schen eta­blier­te Spit­zen­qua­li­tät, gute Beno­tun­gen und das auf­fal­len­de Design haben dafür gesorgt, dass wir kei­ne Absatz­pro­ble­me haben.

Ist die Lager­fä­hig­keit vor­han­den?

Ich bin mir sicher, dass der APPIUS bis zu 20 Jah­re pro­blem­los gela­gert wer­den kann.

Aus Insi­der­krei­sen heißt es, dass die APPI­US-Fami­lie Zuwachs bekommt. – Ist da was dran?

Ich pro­bie­re und expe­ri­men­tie­re jeden Herbst mit Neu­em, sei es Reb­sor­ten, Wein­ber­gen oder Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den. Mitt­ler­wei­le gibt es tat­säch­lich ein neu­es Fami­li­en­mit­glied, ein Sau­vi­gnon, der Teil der neu­en „The Wine Collec­tion“ ist. In die­ser Wine Collec­tion wer­den wir in Zukunft sor­ten­rein aus­ge­bau­te, spe­zi­el­le Wei­ne fin­den, aber auch gereif­te Wei­ne, die nach 10 Jah­ren Lager­zeit im Kel­ler unser Haus ver­las­sen − auch hier wie­der­um mit spe­zi­el­ler Auf­ma­chung und edler Ver­pa­ckung.

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