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Willkommen beim XXL – KUNSTMAGAZIN
 

Wenn es funkelt im Tresor…

Interview mit Stefan Hammerl

Es ist nicht immer Gold, was glänzt, sagt ein altes Sprichwort und daran liegt auch ein funken Wahrheit. Für Generationen zählte die Goldreserve, auch im privaten Haushalt, zu den sichersten und stabilsten Anlageformen. Der Goldpreis stieg in den letzten Jahren dramatisch, nicht nur zum Entsetzen der Käufer, sondern auch der Juweliere. Wir fragen Dr. Hammerl, der es wissen muss. Er führt einen in Wien alteingesessenen Betrieb, der sich mit Edelsteinen und Schmuckerzeugung schon lange auseinandersetzt und seit 24 Jahren erfolgreich auf einen Trend gesetzt hat: edle Farbsteine anzubieten und zu verarbeiten, geschliffen in Perfektion, von den weltbesten Schleifern aus Idar-Oberstein.

Herr Dr. Hammerl, warum in Farbsteinen anlegen?

Unser Betrieb hat von Anfang an auf Qualität gesetzt. Die Leute wussten edle Steine von perfektem Schliff schon immer zu schätzen und sie wussten auch, dass perfekte Steine eine beständige Wertanlage sind. Aber man kannte vor 25 Jahren so gut wie keine anderen Edelsteine als jene wohlbekannten aus der Korund- und Beryllfamilie, das sind die Klassiker Rubin, Saphir, Smaragd. Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch alles andere als „Halbedelsteine“ abzutun und sie als minderwertig einzustufen, wäre sehr vermessen. Wir haben diesen Bann von Anfang an zu durchbrechen versucht und gezeigt, dass auch andere Materialien, wie Turmaline oder Granate, Peridots oder Spinelle in ihrer vielfältigen Varietät durchaus damit konkurrieren können.

Für gewöhnlich gilt der Diamant als sichere Geldanlage…

Es ist tatsächlich oft so, dass Diamanten gerne zum „Parken“ überschüssigen Kapitals zitiert werden. Das scheint zunächst logisch und einfach, wenn man gewisse Kaufregeln beachtet und dabei alles nach genormten Kriterien oder nach einem bestimmten Schema abläuft, was der Stein „können“ muss, um gut zu sein. Das sind bekanntermaßen die vier Cs: „Carat, Colour, Clarity und Cut“.

Was ist der Unterschied zum Farbsteinkauf?

Das, was gerade beim Brillanten das Wichtigste ist: dass er lupenrein ist, das heißt keine sichtbaren Einschlüsse hat, ist beim Farbstein nicht unbedingt das Kriterium. Im Gegenteil: Ist ein Farbstein völlig einschlussfrei, so ist Vorsicht angeraten. Denn auch Synthesen gibt es derzeit viele und das schon seit Jahrzehnten, und sie werden immer besser. Auf Ihr eigenes Urteil können Sie sich dabei nicht verlassen. Sie müssen entweder ein teures Edelstein-Labor bezahlen, um die Qualität festzustellen und eine Schätzung des marktüblichen Preises in Erfahrung bringen, oder sie wenden sich an den Fachmann Ihres Vertrauens − der leider auch oft genug nicht die nötige gemmologische Ausbildung besitzt. Bei den meisten ist es so, dass sie sich selbst darauf verlassen, dass die Ware dort in Ordnung ist, wo sie seit Jahren einkaufen.

Auf welche Steine sollte der interessierte Käufer denn überhaupt sein Augenmerk legen, wenn er sein Geld „nachhaltig“ darin investieren will?

Vor allem sind es Steine, die es nicht mehr so häufig gibt, das heißt, wo entweder die Vorkommen bereits so gut wie erschöpft sind, bei gleichzeitig gesteigerter Nachfrage. Das sind zweifellos spektakulär färbige Turmaline, wie der neon-blaue Paraiba-Turmalin, die Granatgruppe wie der orangebraune Mandaringranat, der flaschengrüne Tsavorith oder der rote Almandin, aber auch die roten Spinelle mit ihrer enorm hohen Lichtbrechung, der olivgrüne Peridot sowie der violettblaue Tansanit. Natürlich neben den Klassikern wie der blaue Saphir − wobei der Kaschmir-Saphir schon sehr rar geworden ist und daher sehr gefragt ist − sowie der unbehandelte Rubin und der Smaragd.

Welche Rolle spielen Provenienz und Veredelung des Produktes? Ist „Veredelung“ erlaubt, und inwiefern lässt sich das nachweisen?

Das Schöne an den Farbsteinen ist, dass man an seinem Einschlussbild unter dem Mikroskop oder noch effizienter mit Spektralanalysen genau den lokalen „Fußabdruck“ des Steines feststellen kann. Besonders gut sieht man das − auch schon ohne Mikroskop, sondern nur mit einer 10-fach-Lupe − bei den meisten blauen Saphiren. Was die „Veredelung“ anlangt, so sind wir hier bei einem heiklen Kapitel. Am gefragtesten sind natürlich die unbehandelten Steine, welche trotzdem eine gute oder kräftige Farbe haben. Die Farbintensivierung erreicht man in erster Linie durch Erhitzen. Die meisten Korunde kommen schon ungeschliffen in rohem Zustand in den Brennofen, und dies ist auch ein handelsübliches Verfahren. Im Allgemeinen wäre der Händler verpflichtet, darauf hinzuweisen, wenn der zum Verkauf angebotene Stein behandelt wurde, andererseits kann man dies durch geeignete Verfahren im Labor auch ganz genau feststellen.

Welche Steine würden Sie als Anlage besonders empfehlen?

Ein gefragtes Highlight auf dem Anlagemarkt sind TURMALINE, speziell die Paraiba-Turmaline. Der Turmalin war von jeher ein gesuchter Stein, vorwiegend transparent und von unglaublicher Farbenvielfalt, meist sogar mehrfärbig, das ganze Regenbogenspektrum abdeckend − sogar von glasklar bis schwarz. Wenn jedoch ein Begriff unter Farbstein-Liebhabern und speziell bei Turmalinen eine besondere Faszination ausübt, so ist es der Paraiba − ein auch unter Kennern noch relativ „neuer“ Stein, denn es gibt ihn erst seit den 1980er Jahren auf dem Markt.

ROTE SPINELLE werden in Indien in denselben Lagerstätten gefunden wie Rubine. Im Gegensatz zu dem fast nie völlig klaren Rubin besticht der mit hoher Lichtbrechung geradezu üppig ausgestattete Spinell durch besonderen Glanz, Transparenz und leuchtende Farbe. Von der Familie der Berylle ist der Smaragd sicher der kostbarste, bis ins Mittelalter den Reichsten und Mächtigsten vorbehalten. Noch im 13. Jh. waren die Fundstätten in Europa auf das Pinzgauer Habachtal in den Hohen Tauern beschränkt.

Der GELBE BERYLL ist etwas Besonderes, nämlich seiner Farbe wegen: Wenn wir etwas als „angenehm“ empfinden, so sind es bei den Farben vor allem die Gelbtöne − assoziiert man damit doch vor allem unsere lebensspendende Energie: das Sonnenlicht, und in der Mythologie die Sonnengötter Helios, Apollo und Sol. Man kann diese Farbe nicht übersehen: Sie ruft Aufmerksamkeit hervor. Der klassische Goldberyll, der grüngelbe Heliodor, der gelbe Saphir sowie der orangefarbene Mandaringranat gelten als Favoriten.

Der Anleger kann frei zwischen verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen wählen. Aber was genau erwartet sich ein Anleger?

Betrachten wir die Anlageform in Edelsteinen auch ein bisschen als Philosophie, als persönliche Note eines besonderen Geschmacks! Und genauso wie man an die Magie, an die Heilkräfte mancher Steine glauben kann und es auch Hilfe und Heilung für denjenigen gibt, der sich mit diesen verborgenen Kräften der Natur auseinandersetzt, so müssen wir als Anleger auch etwas Vertrauen mitbringen, dass sich wertvolle und seltene Edelsteine auch noch nach Jahrzehnten ihren Markt erobern werden. Es wird sich herausstellen, dass beide Anlageformen auf ihre Weise profitabel sind, denn eines wird sich dabei zeigen: Es wird schwerfallen, sich von solch edlen Steinen wieder zu trennen! Denn sie haben uns eingebunden in die Geschichte, die sie uns erzählen, und wir sind ein Teil von ihr geworden, wenn wir sie besitzen. Denken wir bei Farbsteinen also auch immer an die emotionale Rendite. Und sie hat noch den besonderen Vorteil, völlig abgeltungssteuerfrei zu sein! Vorausgesetzt ist eine international anerkannte Zertifizierung, die die Wertbeständigkeit dokumentiert. Man sollte wertvolle Steine nur mit entsprechendem Zertifikat erwerben.

I & S HAMMERL
steht für ein Traditionsunternehmen. Der promovierte Philosoph Dr. Stefan Hammerl übernahm des Geschäft 1988 in der vierten Generation und führt es seither gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg. Die beiden Quereinsteiger haben trotzdem mit viel Engagement und Fleiss bis jetzt den „Platzhirschen“ der Metropole erfolgreich Paroli geboten, mit bester Lage (Hofburg), bestem Steinmaterial (aus Idar-Oberstein) und kreativen Design-Ideen (Frau Hammerl). Ein erfahrener Goldschmied mit eigener Werkstätte bildet die ideale Ergänzung.

Edelsteine – Exklusivschmuck – Gravuren

1010 Wien, Augustinerstraße 9
Ecke Josefplatz
Tel.: +43 (0)1 5359769
www.juwelen-hammerl.at

Alle hier gezeigten Steine und Schmuckstücke stammen übrigens aus eigener Produktion oder sind im Falle von Farbsteinen gezielt auf Qualität und damit Wertbeständigkeit ausgesucht.

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