Nach dem Tod von Koyo Kouoh, die zur Kuratorin der 61. Biennale Arte berufen wurde, hat das von ihr ausgewählte Team – Gabe Beckhurst Feijoo, Marie Hélène Pereira, Rasha Salti, Siddhartha Mitter und Rory Tsapayi – ihre Vision in eine Ausstellung überführt, die Künstler:innen als wesentliche Deuter der Gegenwart sowie als Katalysatoren gesellschaftlicher Veränderung und neuer Beziehungsformen würdigt.

Der ebenso dichte wie anregende Parcours eröffnet dabei Momente der Innenschau und lädt dazu ein, bei jener Schönheit und Magie zu verweilen, die aus Reflexion und kollektiver schöpferischer Praxis hervorgehen – und uns dazu ermutigen, eine neue Welt zu gestalten.

Koyo Kouoh, Foto: Mirjam Kluka

 

In Minor Keys bündelt die Anmut und Großzügigkeit von Koyo Kouoh und steht für das menschliche wie intellektuelle Vermächtnis einer Persönlichkeit, die die zeitgenössische Kunst nachhaltig geprägt hat. Ihr plötzlicher Tod am 10. Mai 2025, nur wenige Tage vor der offiziellen Vorstellung ihrer kuratorischen Vision für die 61. Biennale Arte von Venedig, löste Fassungslosigkeit und tiefe Betroffenheit aus. Die Kuratorin war im Dezember 2024 zur Leiterin der aktuellen Ausgabe der Biennale ernannt worden, ein Amt, das sie mit großer Freude und Ehre annahm, im klaren Bewusstsein sowohl der außergewöhnlichen Chance als auch der damit verbundenen Verantwortung.

Die Internationale Kunstausstellung der Biennale von Venedig ist seit über einem Jahrhundert ein Gravitationszentrum der Kunst. Künstler:innen, Akteur:innen aus Museen und Institutionen, Sammler:innen, Galerist:innen, Mäzen:innen und ein stetig wachsendes Publikum kommen hier alle zwei Jahre zusammen, um den Puls der Zeit zu erspüren. Es ist eine einzigartige Ehre, in die Fußstapfen so bedeutender Vorgängerinnen und Vorgänger zu treten und eine Ausstellung zu gestalten, die, so hoffe ich, für die Gegenwart Bedeutung hat, vor allem aber für die Welt, die wir erst noch entwerfen. Künstler sind Visionäre und zugleich Sozialforscher: Sie eröffnen uns Möglichkeiten des Denkens und Vorstellens, die nur die Kunst hervorbringen kann.

In den ersten Monaten des Jahres 2025 entwickelte Koyo Kouoh die konzeptionelle Struktur der Ausstellung: Sie traf die Auswahl der beteiligten Künstler:innen, legte die inhaltliche Linie des Katalogs fest und definierte die Grundlagen der visuellen Identität der 61. Ausgabe. Im April versammelte sie ihr kuratorisches Team im Innenhof der RAW Material Company in Dakar, jenem von ihr gegründeten Zentrum für Kunst, Wissen und Gesellschaft. Eine Woche lang wurde dort intensiv zusammengearbeitet. Das Team erinnert sich, wie sie gemeinsam Praktiken und Projekte kartierten, Resonanzen, Affinitäten, Synchronizitäten und Wechselwirkungen sichtbar machten, Motive herausarbeiteten, um die sich die Ausstellung organisieren sollte, und tragende Strukturen definierten, auf denen sie aufbauen konnte. 

Kuratorisches Team von Koyo Kouoh: die kuratorischen Berater Gabe Beckhurst Feijoo, Marie Hélène Pereira und Rasha Salti, Editor-in-Chief Siddhartha Mitter sowie Research Assistant Rory Tsapayi. Foto: Andrea Avezzu, Courtesy La Biennale di Venezia

Am Ende dieser Arbeitsphase erhielt jedes Teammitglied eine konkrete Aufgabe und »die Ausstellung hatte Gestalt angenommen: Sie war nicht länger nur Idee oder Absicht.« Die Grundlagen der 61. Biennale Arte von Venedig waren damit gelegt, getragen von der subtilen, beinahe unsichtbaren Regie ihrer Direktorin. Diese sorgfältige Vorarbeit ermöglichte es dem kuratorischen Team, die Ausstellung trotz der traurigen Umstände zu realisieren und das von ihr initiierte Projekt im Geiste ihrer Vision weiterzuführen. 

EIN ARCHIPELARTIGER WEG

Koyo Kouoh ist die erste Kuratorin afrikanischer Herkunft, die zur künstlerischen Leiterin der Kunstbiennale von Venedig berufen wurde. Diese Ernennung markiert den Höhepunkt einer internationalen Laufbahn, die von klaren Visionen und einem tief verankerten Engagement für Gemeinschaft geprägt ist.

Die Kuratorin, die sowohl die kamerunische als auch die schweizerische Staatsbürgerschaft besaß, wurde 1967 in Kamerun geboren und verbrachte ihre Kindheit bis zum dreizehnten Lebensjahr in Douala. Mit dem Umzug der Familie nach Zürich begann eine fünfzehnjährige Lebensphase in der Schweiz, wo sie zunächst Betriebswirtschaft studierte. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung in Frankreich fort und wandte sich dort zunehmend dem kulturellen Feld zu. Trotz dieser prägenden Jahre in Europa entschied sie sich 1995, zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, bewusst für eine Rückkehr nach Afrika, nach Senegal. Ausschlaggebend war eine Reise im Jahr zuvor, die sie für ein Interview mit dem Regisseur Ousmane Sembène dorthin geführt hatte. In Dakar arbeitete sie zunächst als Kulturverantwortliche am US-Konsulat sowie als unabhängige Kuratorin. Einen entscheidenden Impuls erhielt ihre Laufbahn im Jahr 2000 durch die Begegnung mit der südafrikanischen Künstlerin Tracey Rose und der nigerianisch-belgischen Künstlerin Otobong Nkanga, aus der mehrere gemeinsame Ausstellungsprojekte hervorgingen. In der Folge etablierte sich ihr Name zunehmend in der internationalen Kunstszene. Der eigentliche Wendepunkt kam 2008 mit der Gründung der RAW Material Company in Dakar, einem Zentrum für Kunst, Wissen und Gesellschaft, dessen künstlerische Leitung sie bis 2019 innehatte.

Die Institution vereint kuratorische Praxis, Bildungsarbeit, Residenzprogramme sowie die Produktion und Archivierung kunsttheoretischer und kritischer Diskurse. Ihr Ziel ist es, künstlerische und intellektuelle Prozesse in Afrika durch einen konsequent transdisziplinären Ansatz zu fördern und nachhaltig zu stärken. In diesem Kontext realisierte sie wegweisende Ausstellungen und Projekte, die sie sowohl im Senegal als auch international als prägende Stimme positionierten. Sie war kuratorische Beraterin der Documenta 12 (2007) und 13 (2012), verantwortete 2014 das Bildungsprogramm der 1:54 Contemporary African Art Fair in London und kuratierte 2016 die EVA International, die Biennale für zeitgenössische Kunst der Republik Irland, mit einem Fokus auf postkoloniale Fragestellungen. Einen weiteren zentralen Schritt markierte 2019 ihre Ernennung zur Direktorin und Chefkuratorin des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt. Dort konzentrierte sie sich auf eine Reihe von Einzelausstellungen, die Künstler:innen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora gewidmet waren, darunter Otobong Nkanga, Johannes Phokela, Senzeni Marasela, Abdoulaye Konaté, Tracey Rose und Mary Evans, und entwarf so eine vielschichtige Erzählung zeitgenössischer künstlerischer Produktion über den gesamten Kontinent hinweg.

Im Laufe ihrer vielseitigen Karriere organisierte sie innovative und ambitionierte Ausstellungen wie Body Talk: Feminism, Sexuality and the Body in the Works of Six African Women Artists (Wiels Brüssel, 2015), Tracey Rose: Shooting Down Babylon (Zeitz MOCAA, 2022; Queens Museum, 2023; Kunstmuseum Bern, 2024), When We See Us: A Century of Black Figuration in Painting (Zeitz MOCAA, 2022–2023; Kunstmuseum Basel, 2024). Koyo Kouoh hat über Jahre hinweg in unterschiedlichen Formen und Kontexten eine kollaborative, transdisziplinäre und intuitive Methode des künstlerischen und kulturellen Schaffens gefördert, in der die Künstler:innen stets eine zentrale Rolle spielten.

Wie ihr kuratorisches Team formulierte, ergab sich das Wesen ihrer Praxis aus ihrem authentischen Interesse und ihrem beständigen Engagement für generative und großzügige künstlerische Praktiken, die zur Zusammenarbeit einladen, Veränderungen fördern und die vielfältigen Facetten unserer Menschlichkeit widerspiegeln.

EINE VERFLECHTUNG VON POESIE UND FÜRSORGE

Die von Koyo Kouoh konzipierte internationale Ausstellung umfasst 111 Teilnehmer:innen, darunter Künstler:innen, Duos, Kollektive und Organisationen, die ein Beziehungsgeflecht bilden, das im Laufe eines Lebens gewoben wurde und auf Begegnung und Austausch beruht. Die Kuratorin hat sie ausgewählt, wobei sie vor allem Resonanzen, Affinitäten und mögliche Schnittpunkte auch zwischen sehr unterschiedlichen Praktiken in den Vordergrund stellte.

Der Titel *In Minor Keys* verdichtet Kouohs zentrales Anliegen: innezuhalten und »sich auf die Frequenzen der Molltonarten einzustimmen«. Denn, so formuliert sie es in ihrer poetisch grundierten kuratorischen Vision, selbst wenn diese oft »von der angstauslösenden Kakophonie eines aus den Fugen geratenen Weltgeschehens übertönt werden, hört die Musik nicht auf. Es sind die Gesänge jener, die trotz der Tragödie Schönheit hervorbringen; die Melodien derjenigen, die aus Ruinen wieder auftauchen; die Harmonien derer, die Wunden und Welten heilen.«

In der Musik bezeichnet die Molltonart sowohl eine strukturelle Anlage als auch eine emotionale Qualität. Für Kouoh wird sie darüber hinaus zu einem produktiven Denkbild: Molltonarten entziehen sich dem orchestralen Lärm und den im Gleichschritt marschierenden Militärparaden. Sie entfalten sich in gedämpften Klangräumen, in tieferen Frequenzen, im Flüstern, im Trost der Poesie, als Öffnungen für Improvisation, für ein Anderswo und ein Anderssein. Sie verlangen ein Zuhören, das die Emotionen anspricht und sie zugleich stützt.

Kouoh entwickelt daraus eine weitere Analogie: jene zwischen Molltonarten und Inseln, als eigenständige, von Künstler:innen geschaffene Räume innerhalb größerer Zusammenhänge. Es sind »intime und zugleich gemeinschaftliche Universen, die selbst, oder gerade, in Zeiten größter Dunkelheit regenerative Kraft entfalten.« Sie hegte in der Tat ein tiefes Vertrauen in die Künstler:innen »als wesentliche Interpreten des sozialen und psychischen Zustands sowie als Katalysatoren neuer Beziehungen und Möglichkeiten.« Entsprechend versammelt die Ausstellung gezielt künstlerische Praktiken, die Portale öffnen, erneuern und nähren, die Beziehungen stiften, das Miteinander anregen und die die Weiterentwicklung von Konzept und Form durch Netzwerke und Schulen fördern - im freien und informellen Sinne.

In diesem Gefüge wird die Hervorbringung von Schönheit als kollektiver Prozess verstanden, als Resultat einer offenen, nicht normierten Poetik. Für die Besucher:innen entsteht daraus ein Erfahrungsraum, der weniger auf Vermittlung als auf Wahrnehmung zielt: ein sinnliches Geflecht, das alle Sinne aktiviert und dazu einlädt, sich zwischen unterschiedlichen künstlerischen Universen zu bewegen. Sichtbar werden dabei jene Möglichkeiten, die sich in Zwischenräumen und jenseits klar definierter Übergänge eröffnen. Die Ausstellung entwirft damit »eine radikale Rückbindung an die ursprüngliche Rolle der Kunst, als emotionales, visuelles, sinnliches, affektives und subjektives Erfahrungsfeld« und öffnet einen Raum, in dem Staunen, Reflexion, Freude und Imagination wieder als zentrale Formen des Weltbezugs erfahrbar werden. Eine Zeit, die sich nicht länger ausschließlich an Produktivität und Verwertbarkeit misst. 

EIN FLIESSENDER PARCOURS DURCH THEMATISCHE SCHWERPUNKTE

Für Koyo Kouoh drehte sich der konzeptionelle Kern der Ausstellung um eine Reihe von Motiven, die sich aus einem Werkkomplex herauskristallisieren, der sowohl den Intellekt als auch die Seele anzusprechen vermag. Die Verflechtung der verschiedenen Motive schlug sich in der Struktur einer Ausstellung nieder, die nicht in Abschnitte unterteilt ist, sondern nach Prioritäten verläuft, die sich in einem fließenden Parcours aneinanderreihen. Einer trägt den Titel »Shrines« (Schreine), dann folgen die Prozessionen, die Verzauberung, die Oasen und schließlich die Schulen. Diese Leitfäden ziehen sich durch die Gesamtheit der präsentierten künstlerischen Praktiken und zeichnen einen multimedialen, transdisziplinären, internationalen und generationsübergreifenden Parcours nach.

Die Ausstellung beginnt mit dem Motiv der Schreine, das die Kuratorin als Hommage an zwei unermüdliche Schöpfer von Welten konzipiert hat: Issa Samb (1945–2017) und Beverly Buchanan (1940–2015). Als Künstler, Dichter, Dramatiker und Mitbegründer des revolutionären Kollektivs Laboratoire Agit’Art in Dakar war Issa Samb für sie eine ständige Präsenz, ein Mentor und eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Das Werk von Beverly Buchanan, die sie erst kürzlich kennengelernt hatte und von der sie tief beeindruckt war, besteht aus raffinierten und provokativen Interpretationen von Orten und Gemeinschaften, angesiedelt an Orten, die von ungelösten historischen Erinnerungen geprägt sind. Beide legten besonderen Wert auf die schöpferische Kraft der Kunst und zeigten eine gewisse Neigung, Erwartungen durch heterogene, schwer fassbare und kaum einzuordnende Werke zu unterlaufen.

Issa Samb, fotografiert von Sophie Thun, 2016. Courtesy RAW Material Company

Das Motiv der Prozession ist von den Codes des Karnevals und ähnlicher Veranstaltungen inspiriert, die in der afroatlantischen Welt vorkommen und sich in den künstlerischen Praktiken unter anderem von Big Chief Demond Melancon, Nick Cave, Alvaro Barrington, Daniel Lind-Ramos und Ebony G. Patterson widerspiegeln, oder in Ritualen, die mit spirituellen Traditionen, dem Wechsel der Jahreszeiten und der Trauer verbunden sind. Es handelt sich um kollektive Formationen, die den Körper als Ganzes einbeziehen und bei denen das Einreihen in die Menge ein impliziter und selbstverständlicher Akt ist. Die karnevaleske Dimension bezieht sich auch auf eine zeitliche Verschiebung gegenüber einem bestehenden System, einen Moment, in dem Machtverhältnisse auf den Kopf gestellt und in Frage gestellt werden.

Big Chief Demond Melancon, Second Chief der Seminole Hunters im »Africa Suit«, 2011. Courtesy the artist

Diesen Umgebungen ritueller und kollektiver Aufbruchsstimmung entsprechen Räumen, die der Ruhe und Kontemplation gewidmet sind und sich beispielsweise in einer Reihe von Installationen manifestieren, die Träumerei, Staunen, eine feierliche oder andächtige Haltung fördern, darunter jene von Mohammed Z. Rahman, Khaled Sabsabi, Cauleen Smith, Kader Attia, Laurie Anderson, Pauline Oliveros, Manuel Mathieu, Tsai Ming-liang, Éric Baudelaire, Nicholas Hlobo, Dan Lie, Guadalupe Maravilla sowie Himali Singh Soin & David Soin Tappeser. Diese und andere Projekte sind um das Motiv der Verzauberung herum vereint, das als Erweiterung des Gefühls verstanden wird, das wir in der Poesie des Alltags empfinden, beispielsweise durch ein Lied, einen Geruch oder eine taktile Erfahrung.

Das Motiv der Oasen, verstanden als Inseln regenerativer Vorstellungskraft, die in den kreativen Universen der einzelnen Künstler:innen eingeschlossen sind, wird unter anderem durch den realen wie metaphorischen Raum des kreolischen Gartens – zugleich begrenzter Ort und Symbol der Selbstversorgung – sowie des Innenhofs erkundet. Diese Räume, in denen materielle und immaterielle Formen der Freiheit im Verhältnis zu Formen der Einschränkung entstanden sind, waren Gegenstand eingehender analytischer und poetischer Untersuchungen im Rahmen der Black und Caribbean Studies. In der Ausstellung bilden sie den konzeptuellen Kern einer Reihe von Arbeiten, die in Innen- und Außenräumen platziert sind und von Ayrson Heráclito, Edouard Duval-Carrié, Wangechi Mutu, Maria Magdalena Campos-Pons & Kamaal Malak, Werewere Liking, Florence Lazar, Otobong Nkanga, Sabian Baumann, Theo Eshetu, Carolina Caycedo, Carsten Höller und Sandra Knecht geschaffen wurden. Diese Orte bereiten uns auf die Begegnung mit nicht-menschlichen Lebensformen vor: Pflanzen, Wasser, Wind, Tiere und Geister, die jeden Raum bewohnen.

Schließlich sind die Schulen echte Ökosysteme, Netzwerke, die von Künstler:innen aufgebaut und getragen werden, die das Lokale und das Transnationale in einer generativen Symbiose miteinander verflechten. Die Ausstellung vereint die Institutionen Denniston Hill (Southern Catskills, New York), blaxTARLINES KUMASI (Kumasi, Ghana), G.A.S. Foundation (Lagos/Ijebu Ode, Nigeria), lugar a dudas (Cali, Kolumbien), Nairobi Contemporary Art Institute (Nairobi, Kenia) und natürlich die RAW Material Company. Verwurzelt in ihren jeweiligen Regionen, verbindet diese Institutionen eine Ethik, die auf Begegnung, Wissensaustausch, Partizipation und dem Willen beruht, Visionen zu säen und Zentren zu schaffen, die gedeihen können, ohne sich den Gesetzen des Marktes zu unterwerfen. Da Koyo Kouoh selbst von der Basis ausgehende Schulen ins Leben gerufen hatte, war es ihr ein tiefes Anliegen, dass die Ausstellung diese hybriden Zufluchtsorte beherbergt – Orte des Lernens und der kreativen Weitergabe, die eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung einiger der in der Ausstellung vertretenen Künstler:innen gespielt haben.

Die Poesie war das Leitprinzip, der innere Zusammenhang von Koyo Kouohs kuratorischer Praxis, und »In Minor Keys« ist eine von Poesie und Lebendigkeit geprägte Aufforderung, dem Spektakel des Grauens der Gegenwart aktiv zu widerstehen, sowie eine entschlossene Bekräftigung, dass es an der Zeit ist, auf die Moll-Tonarten zu hören, sich leise auf das Flüstern und die tieferen Frequenzen einzustimmen; die Oasen und Inseln zu entdecken, wo die Würde aller Lebewesen geschützt ist.