EIN ATELIERBESUCH BEI ULI AIGNER

Haben Sie sich schon einmal ernsthaft gefragt, was Sie in Ihrem Leben »wirklich, wirklich wollen»? Uli Aigner (*1965) hat es getan und auf die Frage aller Fragen ihre Antwort gefunden: »Porzellan drehen.« Genau das macht die in Berlin lebende Künstlerin seit mittlerweile 2014. Sie dreht in ihrem Wohnatelier Porzellan und zwar mit der Vision, weltweit eine Million Gefäße zu verstreuen, verbunden durch den einen emotionalen Code, den die »Weißdreherin« als die Seele des Gefäßes beschreibt. Unter dem narrativen Titel ONE MILLION ist eine lebenslange Performance entstanden, eine analoge wie digitale Versuchsanordnung in Raum und Zeit, basierend auf der Arbeitskraft des Körpers der Künstlerin.

Die Geschichte des »Weißen Goldes« reicht in das 7. Jahrhundert zurück. In China wurde unter der Sui- und der Tang-Dynastie zum ersten Mal Porzellan hergestellt. Da die daraus gefertigten Gegenstände so beliebt und teuer waren, wurden die Zusammensetzung des Porzellans und die Methoden seiner Produktion lange Zeit geheim gehalten. Der Abenteurer Marco Polo war es, der um 1300 auf seinen Fernreisen durch China das zarte, lichtdurchlässige, extrem formbare und trotzdem erstaunlich harte Porzellan kennenlernte und mit nach Europa brachte.

In seinen Reiseberichten schreibt Marco Polo vom weißen edlen Material, das die Chinesen als Tafelgeschirr nutzten. Tafelgeschirr ist das, worauf sich auch Uli Aigner stürzt und einige feudale Jahrhunderte später, in einer Zeit, in der das Porzellan bereits entmystifiziert wurde und Geschirr an sich als alltägliches Konsumgut in alle Milieus vorgestoßen ist, die Porzellan-Geschichte weiterschreibt ...

Abbildung: stayinart im Gespräch mit Uli Aigner, OMZB - One Million Zentrale Berlin / Foto © Michal Kosakowski

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